12.05.2011

Italien senkt Förderung

Italiens Regierung hat sich gestern auf neue Einspeisetarife für Solarstrom geeinigt.
 

In diesem Jahr werden die PV-Einspeisetarife ab Juni jeweils zum Monatsende sinken. Im ersten Monat fallen sie stärker, zwischen 4 und 11%, in den Folgemonaten etwas schwächer – um 2 bis 5%, je nach Anlagengröße. Für die PV-Förderung gilt vom gleichen Zeitpunkt an ein Deckel, der sich in einer Übergangsphase bis Ende 2012 nur auf "große" Anlagen bezieht. Anlagen, die hauptsächlich aus in der EU gefertigten Komponenten bestehen, erhalten einen Förderbonus.

Das Conto Energia IV teilt Solarstrom-Anlagen neu in Klassen ein. Aufdach-Solarkraftwerke mit bis zu 1 MW gelten als "Kleinanlagen", die Kategorie der Großanlagen beginnt erst darüber. Solarparks auf freier Fläche gelten dagegen schon ab 200 kW Leistung als "groß".

Die Fördergrenze bezieht sich in einer Übergangsphase nur auf Großanlagen. Der Förderdeckel liegt für die Zeit von Juni 2011 bis Ende 2012 bei 580 Mio. €, was laut dem Bonner Marktforschungsunternehmen EuPD Research für ca. 2,7 GW Zubau reichen müsste. Zwischen 2013 bis 2016 stehen dann insgesamt 1,3 Mrd. € zur Verfügung – für kleine und große Anlagen zusammen. Das würde laut EuPD einen Zubau von insgesamt knapp 10 GW bedeuten, also rund 2,5 GW jährlich. Zum Vergleich: Italien hatte in 2010 mindestens 5 GW Photovoltaik installiert.

Umstritten ist eine Regelung, nach der PV-Betreiber 5% Aufschlag je kWh erhalten, wenn mindestens drei Fünftel der Aufwendungen – Installationskosten nicht eingerechnet – bei in der EU produzierenden Unternehmen angefallen sind.

Die italienischen Netzbetreiber müssen sich zudem künftig mit dem Netzanschluss beeilen. Schaffen sie es innerhalb von 30 Tagen nicht, eine fertig installierte PV-Anlage anzuschließen, müssen sie den Betreibern Kompensation zahlen.

2012 sinken die Tarife halbjährlich um 5 bis 10 €-Ct./kWh, 2013 sollen sie dann zunächst wieder ansteigen. Dafür entfallen dann aber alle anderen Zuschüsse wie Steuervorteile oder Investitionshilfen. Ab dem zweiten Halbjahr 2013 gilt dann eine flexible Degression je nach Zubau, ähnlich wie in Deutschland.