08.02.2015

Studie: Deutschland hat durch Energiewende 29 Milliarden Euro gespart

Insgesamt 11,2 Milliarden Euro haben Deutschlands Stromverbraucher allein im Jahr 2013 gespart, weil in großem Umfang Strom aus erneuerbaren Energien ins Netz eingespeist wurden. Zu diesem Ergebnis kommt ein Diskussionspapier »Deutschland ohne Erneuerbare Energien? – Stromkosten und Versorgungssicherheit ohne die Einspeisung Erneuerbarer Energien in den Jahren 2011-2013«. Die Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg analysierten den Angaben zufolge, »wie sich Strompreise für Privathaushalte und gewerbliche Kunden entwickelt hätten, wären nach dem Unglück von Fukushima in den Jahren 2011 bis 2013 keine erneuerbaren Energien für die Stromerzeugung verfügbar gewesen«.
Eines der Ergebnisse: Die Strompreissteigerungen in den vergangenen Jahren wären »ohne eine Stromerzeugung aus Wind und Photovoltaik noch deutlich höher ausgefallen« als »die aktuell diskutierten Strompreissteigerungen in Folge des Erneuerbare-Energien-Gesetzes«. Das verringerte Stromangebot an den Strommärkten hätte »das Gleichgewicht aus Angebot und Nachfrage hin zu deutlich höheren Börsenpreisen verschoben«. Demgegenüber »wirkten sich der Ausbau erneuerbarer Energien und das daraus resultierende Überangebot an den Strommärkten sogar erheblich preismindernd aus«. Die Analyse zeige, dass sich im Handel von Strom für den Folgetag (»Day-Ahead«) auf dem Spotmarkt des European Power Exchange »die Strompreise ohne Wind und Sonne beispielsweise für das Jahr 2013 aufgrund des erheblich geringeren Stromangebots im Mittel um 5,29 Cent pro Kilowattstunde erhöht« hätten. Den Kosten der EEG-Umlage von etwa 20,4 Milliarden Euro stünden dadurch im Jahr 2013 Einsparungen für konventionell erzeugten Strom von rund 31,6 Milliarden Euro gegenüber. Aus den historischen Börsendaten errechne sich damit für die Endverbraucher Einsparungen in Höhe von insgesamt etwa 11,2 Milliarden Euro. Überdies hätte ohne Wind und Photovoltaik die Stromnachfrage des Jahres 2013 nicht gedeckt werden können (ohne Reservekraftwerke, Regelreserve und mögliche Stromimporte).
Fazit der Studie: Der massiven Ausbau erneuerbarer Energien reduzierte »für die Letztverbraucher nicht nur die Gesamtkosten des Strombezugs«, sondern erhöhte auch die Versorgungssicherheit. Mit der Abschaltung der verbleibenden sechs Kernkraftwerke bis 2022 werde sich das Gleichgewicht aus Angebot und Nachfrage allerdings so stark verschieben, dass »mit Strompreissteigerungen von bis zu sieben Cent pro Kilowattstunde in nur zwei Jahren zu rechnen« sei. Daher müssten spätestens ab 2023 »zusätzliche Erzeugungskapazitäten, insbesondere mit Technologien zur Spitzenlasterzeugung zur Verfügung stehen, um den Wegfall der Kernkraftwerke auszugleichen«.
© PHOTON


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http://www.fau.de/2015/02/03/news/erfolg-in-sachen-energiewende/